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Absetzen des Mutterkuhkalbes

Das Maß für die Wirtschaftlichkeit in der Mutterkuhhaltung ist ein verkauftes oder abgesetztes Kalb pro Mutterkuh und Jahr. Dafür sind viele Faktoren ausschlaggebend.
Der Absetztermin der Kälber von der Kuh muss vom Betriebsleiter auf das jeweilige Produktionsziel abgestimmt sein  eine  Herdentrennung ist Voraussetzung. © Ing. Andreas Hager
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Der Absetztermin der Kälber von der Kuh muss vom Betriebsleiter auf das jeweilige Produktionsziel abgestimmt sein, eine Herdentrennung ist Voraussetzung. © Ing. Andreas Hager
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Der Absetztermin der Kälber von der Kuh muss vom Betriebsleiter auf das jeweilige Produktionsziel abgestimmt sein, eine Herdentrennung ist Voraussetzung. © Ing. Andreas Hager
Der Absetztermin der Kälber von der Kuh muss vom Betriebsleiter auf das jeweilige Produktionsziel abgestimmt sein  eine  Herdentrennung ist Voraussetzung. © Ing. Andreas Hager
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Kuh vorbereiten

Der Grundstein für das Kalb wird schon vor der Geburt gelegt. Eine gezielte Vorbereitung der Mutterkuh auf die bevorstehende Geburt beginnt mit der Trockenstehzeit von mind. 4 bis 6 Wochen. Die effizienteste Möglichkeit ist, die Kühe in eine eigene Trockenstehergruppe einzugliedern. Auch in kleineren Betrieben bieten sich immer wieder Möglichkeiten, Kühe ohne all zu großen Aufwand von der Herde zu separieren. Der Sichtkontakt der Kuh ist allerdings wichtig, sonst erzeugt die getrennte Haltung der Trockensteher beim jeweiligen Tier Stress.

Eine kostengünstige Alternative bei gemeinsamer Haltung von Trockenstehern und laktierenden Kühen ist ein Eutergurt, um das Besaugen der trockengestellten Kuh zu verhindern. In der Fütterung sind dabei allerdings Kompromisse notwendig, da die trockenstehende Kuh das gleiche Futter wie hochlaktierende Tiere frisst.
Starke Schwankungen in der Körperkondition der Mutterkuh (zu fett bei der Abkalbung und zu mager um das 5. bis 6. Säugemonat) wirken sich negativ auf den Stoffwechsel der Kuh aus. Bei der Fütterung in der Mutterkuhhaltung muss daher der Energiegehalt des Futters auf den Bedarf bzw. auf das Leistungsstadium abgestimmt werden, was eine Herdentrennung erfordert.

Milch ist wichtig

Die Biestmilchaufnahme in den ersten Lebensstunden (ca. 1,5 - 2 Liter in den ersten 2 - 3 Stunden) ist für das Kalb lebensnotwendig, da das Kalb ohne Schutzstoffe zur Welt kommt. Die Immunglobuline der Biestmilch schützen das Kalb in den ersten Lebenswochen vor Krankheiten. Nur so kann das Kalb eine aktive Abwehr gegen Krankheiten entwickeln. Das weitere Gedeihen des Kalbes hängt sehr wesentlich von der Milchleistung der Mutter ab. Die Kuh ist der "mobile Kraftfutter- bzw. Tränkeautomat". Zu Beginn deckt die Milch 95 -100% des Nährstoffbedarfes, wobei max. 10 bis 15 Liter (Jahreslaktation ca. 3.500 bis 4.000 Liter) aufgenommen werden! Trotz einer guten Milchleistung ist es sinnvoll, den Kälbern einen Kälberschlupf mit Grund- und Kraftfutter anzubieten. Das fördert die Entwicklung der Pansenzotten sowie die Aufnahme und Verwertung von Grundfuttermitteln. Das Kalb wird somit schneller ein Wiederkäuer. Ab dem 5. Monat wird der überwiegende Teil der Nährstoffe aus dem Ergänzungsfutter aufgenommen. Daher ist auch ein freier Zugang zum Futter für Jungrinder erforderlich.

Absetzen

Eine gute Grundfutterqualität und eine Kraftfutterergänzung (0,5 -1 kg/Tag) ermöglichen optimale tägliche Zunahmen und ein gezieltes Absetzen. Vor allem Einsteller (Alter 6 - 8 Monate), die zur Weitermast verwendet werden, müssen an "das Fressen" gewöhnt sein. In der Jungrindproduktion wird das Kalb üblicherweise mit dem Verkauf von der Mutterkuh abgesetzt. Hier ist bei einer angestrebten Zwischenkalbezeit von einem Jahr ein ausreichend langes Trockenstehen der Kuh nur schwer möglich.
 
Das Ausgliedern der trockenstehenden Kuh aus der Herde wird häufig praktiziert und ist auch sinnvoll. Es ist aber darauf zu achten, dass der in der Herde verbliebene Absetzer nicht zum "Milchräuber" bei anderen Kühen wird. In diesem Fall den Absetzer aus der Herde nehmen.
Das Absetzen von Jungrindern vor dem Verkauf und eine vorherige gezielte Ausmast von 2 bis 3 Monaten am Betrieb erfordern zwar Flexibilität, es schont aber die Kuh, ermöglicht ihr eine längere Trockenstehzeit und kann zu einer optimalen Fettabdeckung der Jungrinder beitragen. Gerade in den Herbstmonaten war auffällig, dass viele Jungrinder mit zu geringer Fettabdeckung zur Schlachtung kamen. Eine gezielte Zufütterung von Kraftfutter auf der Weide (schon ab Juni oder Juli, da der Futterzuwachs der Weide sinkt) oder ein frühzeitiges Absetzen von Jungrindern in Verbindung mit einer Ausmast können hier qualitätsverbessernd wirken. Meist sind Qualitätsmängel bei den Jungtieren aus der  Mutterkuhhaltung Bestandsprobleme und können durch angepasstes Management behoben werden.
16.12.2010
Autor:Ing. Andreas Hager
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