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Achtung Schweinehalter!

TGD-Programm zur Untersuchung der Wasserversorgung in Schweinebetrieben

Anmeldung nicht versäumen!

Wasser in ausreichender Menge und Qualität ist für die Gesundheit und Leistung von Nutztieren ein grundlegender Faktor. Der Tiergesundheitsdienst Burgenland (TGD-B) bietet heuer ein Programm zur Untersuchung der Wasserversorgung in Schweinebetrieben an, um die Wasserqualität und die Wasserversorgung zu beurteilen. Betriebsanlagen, die an eine öffentliche Wasserversorgung angeschlossen sind, verfügen üblicherweise über eine Wasserversorgung in einwandfreier Qualität. Bei der Verwendung von Hausbrunnen als Wasserquelle ist dies nicht automatisch der Fall. Es soll daher überprüft werden, ob das Wasser überhaupt als Tränkwasser geeignet ist, danach wird eine regelmäßige Untersuchung der Tränkwasserqualität angeraten.

Die Tränkwasserqualität kann biologisch (Keimgehalt), chemisch (Gehalt an Eisen, Kupfer, Nitrat, Nitrit, Ammonium, Calcium, etc.) oder physiko-chemisch (ph-Wert, elektrische Leitfähigkeit, etc.) beeinflusst werden.
Durch Verunreinigungen im Hausbrunnen oder durch Einträge ins öffentliche Wassernetz kann der Keimgehalt im zugeführten Wasser erhöht sein. Es dürfen die am Betrieb verlegten Wasserrohrleitungen aber keinesfalls außer Acht gelassen werden. Durch defekte Leitungen können am Betrieb Keime ins Rohrsystem eindringen (Abwasser, Ausscheidungen der Tiere oder andere im Erdreich befindliche Erreger) und das zuführende Tränkwasser für die Tiere kontaminieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt im Zusammenhang mit der Wasserversorgung ist die angebotene Wassermenge pro Zeiteinheit. Diese ist abhängig von der Stärke der Zuleitungen, der Anzahl der Zapfhähne pro Zuleitung und der Durchflussmenge. Wenn zu wenig Wasser pro Zeiteinheit angeboten wird, beenden die Tiere die Wasseraufnahme frühzeitig – noch bevor ausreichend Wasser aufgenommen wurde. Vor allem bei Zuchtsauen mit Ferkeln gibt es einen sehr hohen Wasserbedarf. Bei einer säugenden Sau ist ein täglicher Wasserbedarf von über 30 Liter keine Seltenheit. Natürlich hängt die erforderliche tägliche Wassermenge auch von der Umgebungstemperatur, der Milchproduktion, der Art der Futtergabe usw. ab. Für die Wasseraufnahme ist ebenso die Höhe der Tränke von Bedeutung, die von der Standfläche des Tieres aus gemessen wird und von der Größe der Tiere und dem Tränkesystem abhängig ist.

Teilnahmevoraussetzungen, Anmeldung
Teilnahmeberechtigt sind jene Schweinebetriebe, welche Teilnehmer beim TGD-B sind und eine Teilnahmeerklärung für die Programmteilnahme an den TGD-B zeitgerecht einreichen. Alle TGD Betriebe wurden bereits über die TGD-Geschäftsstelle schriftlich über das Programm informiert. Interessenten werden um sofortige Einsendung der Teilnahmeerklärung an die Geschäftsstelle ersucht, sofern dies nicht bereits erfolgt ist. Voraussetzung für alle teilnehmenden Betriebe ist die Einhaltung der TGD – Verordnung (Weiterbildungserfordernisse, Einhaltung der Programmvorgaben,..).

Programmablauf
Mit diesem Programm bietet der TGD-B den Schweinebetrieben eine einmalige kostenlose Tränkwasseruntersuchung auf biologische Kriterien an. Pro Produktionseinheit (Ferkel, Zucht, Mast) ist je eine Wasserprobe zu entnehmen.
 
Probennahme:
Nach Einlangen der Teilnahmeerklärung werden die Entnahmegefäße, die vom TGD-B zur Verfügung gestellt werden, an die jeweiligen Betriebe versendet. Der Tierhalter wählt pro Produktionseinheit (Ferkel, Zucht, Mast) je einen typischen Wasserauslass aus. An dieser Zapfstelle wird die Wasserprobe entnommen und gleichzeitig die Durchflussmenge (durchfließendes Wasser in Liter pro Minute gemessen) und die Höhe der Tränkeeinrichtung gemessen. Die erhobenen Daten werden in das Erhebungsblatt eingetragen und an die Geschäftsstelle geschickt.
 
Auswertung und eventueller Handlungsbedarf:
Der TGD-B wertet die Erhebungsbögen aus und sendet die Ergebnisse der Wasseruntersuchungen und der Auswertungen zurück. Werden bei den Untersuchungen und/oder den Auswertungen Abweichungen festgestellt, so verpflichtet sich der Tierhalter, umgehend mit der Landwirtschaftskammer, Abteilung Tierzucht Kontakt aufzunehmen, um im Rahmen einer Beratung mögliche Ursachen zu ermitteln und vorhandene Mängel zu beheben.

Finanzielle Unterstützung durch den TGD-B
Der TGD-B übernimmt die Kosten für die Probengefäße und die Laborkosten des im Programm vorgesehenen Untersuchungsumfanges. Die Kosten für den Versand trägt der Tierhalter.

Jene interessierten schweinehaltenden Betriebe, die die Teilnahmeerklärung noch nicht eingereicht haben, werden um sofortige Übermittlung an den TGD-B, Europaplatz 1, 7000 Eisenstadt, gebeten, da das Programm bereits Mitte Juni startet.
19.06.2012
Autor:DI Franz Vuk
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