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Eutergesundheit in Melkroboterbetrieben

Immer mehr Milchviehhalter automatisieren das Melken und setzen auf eine doch noch sehr junge, aber sich rasant weiterentwickelnde Technik.
Die Zitzenreinigung kann wahlweise mit Bürsten oder separaten Reinigungsbecher erfolgen. © LK OÖ
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Die Zitzenreinigung kann wahlweise mit Bürsten oder separaten Reinigungsbecher erfolgen. © LK OÖ
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Die Zitzenreinigung kann wahlweise mit Bürsten oder separaten Reinigungsbecher erfolgen. © LK OÖ
Die Zitzenreinigung kann wahlweise mit Bürsten oder separaten Reinigungsbecher erfolgen. © LK OÖ
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Derzeit sind in OÖ knapp 150 automatische Melksysteme (AMS), kurz Melkroboter, in Betrieb oder stehen kurz vor der Inbetriebnahme.

Die Umstellung vom Anbinde- oder Laufstall auf einen Melkroboter geht nicht immer ganz reibungslos von sich.

Zellgehalt – Maßstab für die Eutergesundheit

Nicht selten steigt der Zellgehalt nach einer Umstellung auf das AMS an. Ein Melkroboter ist trotz technisch aufwendiger Frühwarnsysteme kein automatischer Problemlöser. Kann aber tatsächlich das neue System für das Ansteigen der Zellzahl verantwortlich gemacht werden? Eine Erhöhung des Zellgehaltes nach der Umstellung vom herkömmlichen zum automatischen Melken kann mehrere Ursachen haben:
  • Ein Melkzeug für 160 bis 180 Melkungen. Höheres Risiko, dass Erreger, insbesondere Staphylokokkus.aureus, von Kuh zu Kuh über die Zitzenoberfläche übertragen werden.
  • Eine Melkreihenfolge ist mit dem Roboter nicht umsetzbar
  • Nicht jedes AMS wird mit einer Zwischendesinfektion eingebaut
  • Durch höhere Melkfrequenz – längere "Offenphase“ des Strichkanals, stärkere Beanspruchung der Zitze
  • Bei längeren Zwischenmelkzeiten verbleibt Milch zu lange im Euter. Dadurch können sich Erreger vermehren und ausbreiten

Euterreinigung nicht immer 100%

Die Reinigung der Zitzen erfolgt nicht immer entsprechend dem Verschmutzungsgrad. Daher können sich beim automatischen Melken Umwelterreger vor allem durch mangelhafte Reinigung der Zitzen ausbreiten, insbesondere wenn die Technik nicht einwandfrei läuft. Eine gute Stallhygiene mit richtig eingestellten und gepflegten Liegeboxen sorgt für saubere, leicht zu reinigende Euter. Zu lange Entmistungsintervalle steigern ebenso den Keimdruck. Auch sollte Überbelegung, zu enge Gänge und vor allem Stress vermieden werden. Erfolgt die Zitzenreinigung nur mit Wasser, können Keime mittels Schmiereffekte übertragen werden. Bei Bürstenreinigung stellen hingegen die Borsten ein Keimreservoir dar (Bild). Zwischenmelkzeiten von über 12 Stunden fördern die Erregervermehrung durch fehlende Ausschwemmung. Zu kurze Zwischenmelkzeiten von unter 6 Stunden führen zu einer zu kurzen Regenerationszeit der Zitze.

Informationen nutzen

Ein automatisches Melksystem liefert eine Fülle von Informationen über die Tiere. Es gilt diese nutzbaren Messtechniken des Melkroboters für seine Zwecke bestmöglich einzusetzen. Die Informationen gehören nach ihrer Wichtigkeit analysiert und gefiltert. Bei einer Warnung von "euterkranken" Tieren durch das AMS, ist eine Einzeltierkontrolle, am besten ein Schalmtest, durchzuführen. Ist der Befund positiv, sind sofort weitere Schritte wie z.B. eine bakteriologische Untersuchung der Milch zu setzen. Die Weichen für eine gute Eutergesundheit werden aber bereits vor der Umstellung auf das Robotermelken gestellt.

Milchleistungsdaten und Zellzahlergebnisse OÖ 2012

Die Auswertung der Leistungsdaten und Zellzahlwerte von unter Leistungskontrolle stehenden AMS-Betrieben in OÖ zeigt im Vergleich zu allen melkenden Betrieben doch einige markante Unterschiede. Die durchschnittliche Milchleistung der AMS Betriebe ist um 800 kg höher als der Durchschnitt aller Betriebe (siehe Grafik 1). Grafik 2 zeigt die Zellzahlwerte verschiedener Rassen mit AMS im Vergleich zu allen Betrieben. Im Durchschnitt haben AMS Betriebe einen um 20.000 Z/ml höheren Zellgehalt. Die besten Roboterbetriebe erreichen Jahresdurchschnittswerte von 100.000 Z/ml. Dies zeigt, dass Betriebe die den Melkroboter im Griff haben, wo das Umfeld wie Stall, Kuhkomfort, Belegdichte, aber vor allem das Management passen, sehr wohl beste Ergebnisse erzielen können.
Eine wichtige Erkenntnis aus der Beratung und auch aus der LKV-Auswertung ist die Tatsache, dass Betriebe die vor der Umstellung auf AMS schon mit hohen Zellzahlen Probleme hatten, diese meistens auch mit AMS haben. Melkroboter können also nur den Ist-Zustand erhalten, bestenfalls mit eingebauter Zwischendesinfektion und bestem Management Verbesserungen bewirken. Es liegt also in erster Linie am Roboterbesitzer selbst, mit welchem Eutergesundheitsstatus seiner Herde er sich zufrieden gibt.
 
Informationen zum Beratungsprodukt "Melken und Eutergesundheit“ bei den Produktionsberatern der LK OÖ, 050/6902-4262 und 4645.
Downloads zum Thema
  • Grafik 1 - Vergleich Milchleistung AMS Betriebe zu Gesamtbetrieben OÖ
  • Grafik 2 - Vergleich Zellzahlen AMS Betriebe zu Gesamtbetrieben OÖ
15.05.2013
Autor:Fruhstorfer Max
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