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Die Große Küstentanne, tolerant bei Trockenheit und Schneedruck

Die Küstentanne ist im westlichen Nordamerika heimisch, wo sie an der Pazifikküste vom südwestlichen Kanada bis nach Kalifornien, bis in Höhenlagen von 1.600 Metern vorkommt. Meist kommt sie in Mischbeständen vor, vergesellschaftet mit Nadel- und Laubbäumen.
Die Nadeln der Großen Küstentanne sind relativ lang und dicht und eignen sich daher zur Schmuckreisig- und Christbaumproduktion. © Ruhm
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Die Nadeln der Großen Küstentanne sind relativ lang und dicht und eignen sich daher zur Schmuckreisig- und Christbaumproduktion. © Ruhm
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Die Nadeln der Großen Küstentanne sind relativ lang und dicht und eignen sich daher zur Schmuckreisig- und Christbaumproduktion. © Ruhm
Die Nadeln der Großen Küstentanne sind relativ lang und dicht und eignen sich daher zur Schmuckreisig- und Christbaumproduktion. © Ruhm
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Bei der Großen Küstentanne unterscheidet man Küsten- und Inlandsherkünfte. Aufgrund dieser Vielfalt an Lokalrassen ist für Anbauten außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes die Herkunft von entscheidender Bedeutung. In Europa wurde die Küstentanne bereits seit Anfang des 19. Jahrhunderts angebaut; Ende dieses Jahrhunderts gab es bereits ein Netzwerk an Versuchsanbauten.

Eine der Schnellwüchsigsten und Größten

Die Große Küstentanne ist eine der schnellwüchsigsten und größten Tannenarten weltweit. Das macht sie für Waldbesitzer interessant. In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet sind Höhen bis zu 70 Metern und Durchmesser (Brusthöhendurchmesser – BHD) von bis zu 1,5 Metern möglich. Sie bevorzugt tiefgründige, nährstoffreiche, frische, gut durchlüftete Böden, kommt aber als ausgesprochen standortstolerante Baumart mit feuchteren als auch mit trockeneren Standorten zurecht. Sehr kalkhaltige, flachgründige Böden sagen ihr nicht so zu.

Verträgt trockene Sommer gut

Untersuchungen haben ergeben, dass die Küstentanne für die sich abzeichnenden Bedingungen des Klimawandels gut geeignet erscheint. Die richtige Herkunft vorausgesetzt, ist sie selbst an ein Klima mit ausgeprägter Sommertrockenheit gut angepasst. In der Jugend ist die Rinde glatt, grau und mit vielen Harzblasen bedeckt, ältere Bäume haben eine rotbraune schuppenförmige Borke. Die Nadeln sind relativ lang und dicht und eignen sich daher zur Schmuckreisig- und Christbaumproduktion; ihre Nadelstreu ist gut zersetzbar. Die Baumart gilt aufgrund ihrer Pfahlwurzel als sehr sturmfest, außer auf wechselfeuchten Standorten. Auch gegen Schneebruch ist sie relativ unempfindlich.

Schwächen auf Kremser Versuchsflächen

Auf den Kremser Versuchsflächen des Instituts für Waldwachstum und Waldbau des Bundesforschungszentrums für Wald zeigte die Küstentanne ein gutes Wachstum. Im Alter von 42 Jahren erreichte sie maximale BHD von rund 39 Zentimetern und Höhen von 27 Metern. Diese Dimensionen liegen im Vergleich zur österreichischen Ertragstafel deutlich über den Werten der heimischen Tanne. Sie erwies sich jedoch auf diesem Standort als sturmgefährdet und als sehr anfällig auf Hallimaschbefall, der zum Absterben der befallenen Bäume führte.
Aufgrund dieser Ausfälle wurden diese Versuchsflächen mittlerweile aufgelassen. Auf der einzigen noch bestehenden Fläche mit Küstentanne im Waldviertel bei Ottenstein wurde im Alter von nur 25 Jahren bei einer mittleren Höhe von mehr als 20 Metern und einem Durchmesser von rund 28 Zentimetern zwischen 260 bis 290 Vorratsfestmeter erreicht. Im Zuge der Durchforstung wurden bis dahin zwischen 160 und 270 Vorratsfestmeter entnommen und konnten zum Tannenpreis verkauft werden.

Halbschattenbaumart mit raschem Jugendwachstum

Als Halbschattenbaumart kommt sie in der Jugend mit Überschirmung gut zurecht, verjüngt sich auch problemlos unter Schirm. Mit zunehmendem Alter benötigt sie mehr Licht. Anders als unsere heimische Tanne hat die Küstentanne ein sehr rasches Jugendwachstum. Sie eignet sich besonders als Mischbaumart mit Douglasie, Fichte und Buche. Gruppen- oder streifenweise Mischungsformen sind der Einzelmischung vorzuziehen.

Starke Durchforstungen vermeiden

Pflanzung ist sowohl auf Freifläche als auch unter Schirm möglich. Reihenabstände von 2,5 bis drei Metern und Abstände in den Reihen von zwei Metern haben sich bewährt. Das entspricht zirka 1.600 bis 2.000 Pflanzen pro Hektar. Bei diesen Pflanzenzahlen sind Läuterungen nicht notwendig. In späteren Bestandesphasen sollte man starke Durchforstungen vermeiden, da die Küstentanne mit ihrer langen, schmalen Krone relativ wenig Platz braucht. Zu stark freigestellt bildet die Küstentanne extrem breite Jahresringe. Sie mindern die Holzqualität, die nur eingeschränkt für höherwertige Sägeholzprodukte geeignet ist. In der frühen Stangenholzphase werden vor allem grobastige, stark vorwüchsige und schlecht geformte Exemplare entnommen. Bei einer Bestandeshöhe von zwölf bis 15 Metern werden zirka 200 Z-Bäume ausgewählt und mäßig stark freigestellt. Astung (grün, trocken) kann den Wert des Bestandes steigern. Zielstärke: In 40 bis 60 Jahren mindestens 45 Zentimeter starkes Holz.

Gefährdungen

  • In der Anwuchsphase empfindlich gegenüber Spätfrostschäden und Trockenheit.
  • Großer Brauner Rüsselkäfer kann zu starken Ausfällen führen.
  • Sehr anfällig gegen Stamm- und Wurzelfäuleerreger, wie zum Beispiel Wurzelschwamm und Hallimasch.
  • Empfindliche Schäden durch Verfegen und Schlagen (Reh-, Rotwild).

Holzeigenschaften

Als sehr schnell wachsende Baumart, vorausgesetzt sie wurde waldbaulich richtig behandelt, liefert sie in 40 bis 60 Jahren durchaus brauchbares Holz. Dieses ist sehr hell, harzfrei, ohne ausgeprägte Kernfärbung, nicht witterungsfest und wenig beständig gegen Pilz- und Insektenbefall. Holztechnologische Untersuchungen haben ergeben, dass sich das Holz nur unwesentlich von dem unserer heimischen Tanne unterscheidet, aber unter dem Niveau der Fichte liegt. Die Holzeigenschaften werden mit zunehmendem Alter und geringerer Jahrringbreite günstiger.

Das Holz der Großen Küstentannte wird für Kisten, Verpackungen, schichtverleimte Träger, Blindholz im Möbelbau, Konstruktionsholz im Innenausbau und Industrieholz, wie zum Beispiel für die Holzschliff- Zelluloseproduktion und für Faser- Spanplattenholz verwendet.
Mit der Küstentanne verfügen wir über eine sehr wüchsige Baumart, die angesichts einer zukünftig wahrscheinlich abnehmenden „Fichtenverfügbarkeit“, bedingt durch Klimaveränderungen, in der Praxis stärker beachtet werden sollte.

03.06.2013
Autor:Dipl.-Ing. Werner Ruhm
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