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Gegen das Sommerloch bei Sauen

Fruchtbarkeitsprobleme, die im Sommer bei Sauen auftreten, können durch verbessertes Management eingedämmt werden.
Schweineduschen steigern das Wohlbefinden der Tiere in der sommerlichen Hitze. © Salzmann
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Schweineduschen steigern das Wohlbefinden der Tiere in der sommerlichen Hitze. © Salzmann
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Schweineduschen steigern das Wohlbefinden der Tiere in der sommerlichen Hitze. © Salzmann
Schweineduschen steigern das Wohlbefinden der Tiere in der sommerlichen Hitze. © Salzmann
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Im Spätsommer bis Herbst gibt es in Sauenbetrieben immer wieder Fruchtbarkeitsprobleme. Die Sauen kommen entweder nicht in die Rausche oder die Rausche ist so schwach ausgeprägt, dass sie übersehen wird. Ebenso steigt die Zahl der Umrauscher und die Sauen werden nicht trächtig. Bei vielen Betrieben bessert sich die Situation in den kühleren Monaten von Oktober bis November wieder. Das Problem der verringerten Fruchtbarkeit wird somit oft als jahreszeitlich bedingt abgetan. Dass man diese Schwierigkeiten mit verbessertem Management aber gut in den Griff bekommen kann beweisen Betriebe, die auch im Sommer sehr gute Fruchtbarkeitsergebnisse haben.

Die Ursachen für ein „Sommerloch“ können sehr vielfältig sein. Die natürliche Unfruchtbarkeit bei Temperaturen über 25 ?C und die abnehmende Tageslänge sind eine der Hauptursachen und liegen in der Natur des Schweins. Weitere Ursachen sind die schlechte Energieversorgung von säugenden Sauen durch die verminderte Fresslust in der Hitzeperiode und hohe Schwankungen zwischen Tages- und Nachttemperaturen. Die Verfütterung von frischem Getreide und die Vernachlässigung der Sauenbetreuung während der Erntezeit tun ihr Übriges.

Lüftung, Schatten

Da es oft nicht möglich ist, die Ursachen explizit zuzuordnen, ist es die Aufgabe des Betriebsführers, in allen erwähnten Punkten Verbesserungen herbeizuführen.

Im Sommer ist es notwendig, dass die Lüftung – egal, ob elektronisch oder mechanisch – so eingestellt wird, dass große Temperaturschwankungen und Hitze im Stall vermieden werden. Die Luftrate ist zu erhöhen, um eine Abkühlung zu erreichen. Die Zuluft sollte im Sommer nicht über den Dachraum, sondern von der Nordseite her zugeführt werden.

Bei einer Beschattung der Südseite muss darauf geachtet werden, dass im Stall noch genügend Licht vorhanden ist. Intensives Licht stimuliert die Rausche. Werden Sauen im Auslauf gehalten, so ist eine angemessene Beschattung unbedingt notwendig. Die heimischen weißen Rassen sind sehr sonnenbrandempfindlich, durch das Liegen in der prallen Sonne können Sauen und vor allem Eber kurzzeitig unfruchtbar werden. Daher sollten Ausläufe nicht südseitig angelegt werden bzw. gegebenenfalls teilweise überdacht sein.

Eine Schweinedusche oder das Besprühen mit Wasser, auch mehrmals pro Tag, steigern das Wohlbefinden.

Abferkelbereich, Fütterung

Im Abferkelbereich muss große Hitze vermieden werden, da die Sauen ansonsten zu wenig Futter aufnehmen und dadurch in schlechter Kondition in die anschließende Deckphase kommen. Gerade bei der jetzigen Witterung ist die Temperaturführung im Abferkelstall schwierig. In den kühlen Nächten brauchen die Ferkel unbedingt eine Wärmequelle, die aber in Sauennähe an heißen Tagen wieder abgeschaltet werden muss. Abgemagerte Sauen werden oft schwer wieder trächtig.

Die Fütterungszeit sollte in die kühlen Morgen- und Abendstunden verlagert werden. Der Rohproteingehalt sollte bei säugenden Sauen bei 16% liegen, der Rohfasergehalt wegen der reduzierten Futteraufnahme nicht viel mehr als 5% betragen. Säurezusätze im Futter steigern die Schmackhaftigkeit und damit den Appetit. Wegen der geringen Futteraufnahme ist ein hoher Energiegehalt des Futters von Vorteil. Der Zusatz von Speiseöl kann kurzfristig helfen, die Energiedichte zu steigern. Die Mindestdurchflussrate bei Sauenselbsttränkern muss 2 bis 4 Liter pro Minute betragen.

Da frisch geerntetes Getreide noch atmet, sollte es mindestens sechs Wochen gelagert werden, bis es gemahlen und verfüttert wird. Dass nur gereinigtes und pilzfreies Getreide in den Sauentrog gelangt, sollte selbstverständlich sein.

Kontrollen intensivieren

Durch die Arbeitsspitzen zur Erntezeit wird die Stallarbeit oft vernachlässigt. Hier muss der Betriebsführer bei sich selbst ansetzen. Es bleibt zu wenig Zeit zur intensiven Betreuung und Beobachtung der Tiere, was sich in einer höheren Zahl von nicht trächtigen Sauen und oft auch in größeren Ferkelverlusten niederschlägt.

In der warmen Jahreszeit sollte wegen der oft schwach ausgeprägten Rausche der Belegung und der Umrauschekontrolle besonderes Augenmerk geschenkt werden.

Gute Stimulierung der Sauen mit dem Eber zweimal täglich ist unbedingt erforderlich, ebenso wie eine angemessene Besamungshygiene.
Links zum Thema
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05.07.2012
Autor:Dipl.-Ing. Peter Santer, Landwirtschaftskammer Kärnten
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