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Grünlandpflege im Frühjahr durchführen

Im Frühjahr sollten unbedingt die einzelnen Pflegemaßnahmen am Grünland durchgeführt werden. Die Wiesen- und Weidepflege bedeutet in der Regel mechanische Arbeit mit dem Ziel, Gülle und Festmist zu verteilen, Bodenunebenheiten auszugleichen, die Bestockung der Gräser anzuregen und Wühlmaus- und Maulwurfshaufen zu beseitigen.
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Das Abschleppen der Wiesen kann entweder mit speziellen Wiesenschleppen oder mit Geräten aus Eigenbaulösungen (Baustahlgitter, Reifen) erfolgen. Wichtig ist jedoch, dass nicht zu schnell gefahren wird und der Boden abgetrocknet ist, damit keine Narbenverletzungen und Bodenverdichtungen entstehen. Der Einsatz einer Walze empfiehlt sich dort, wo der Bodenschluss der Grünlandnarbe wieder hergestellt werden soll.

Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend für den Erfolg. Lässt sich der Stiefelabsatz in den Boden eindrücken und bleibt der Abdruck nach kurzem Abwarten wasserfrei, so ist der richtige Walzzeitpunkt erreicht. Die Wiesenwalze muss je Meter Arbeitsbreite ein Gewicht von 800 bis 1000 kg aufweisen, um effektiv wirken zu können. Die Fahrgeschwindigkeit darf dabei max. vier km/h betragen. Das Walzen kann auch durch den Tritt des Weideviehs ersetzt werden. Der Viehtritt hat neben der Walzwirkung noch den Effekt, dass unliebsame Doldenblütler wie Bärenklau und Wiesenkerbel sowie Löwenzahn und Beinwell zurückgedrängt werden.

Abschleppen und Erdhaufen einebnen

Durch das Abschleppen werden in erster Linie Erdhaufen von Maulwürfen und Wühlmäusen beseitigt sowie Wirtschaftsdünger in die Grasnarbe eingerieben. Die Narbe wird durchlüftet, was für Neuaustrieb und Nachwuchs wichtig ist und die Bestockung der Gräser anregt. Wird nicht abgeschleppt, steigt die Gefahr der Futterverschmutzung und das Wachstum in Frühjahr wird gehemmt.

Tipp: Das Abschleppen von Grünland kann auch im Sommer (etwa eine Woche nach der letzten Nutzung) sinnvoll sein, wenn die Maulwurfshügel stark vertreten sind.

Eggen beseitigt Narbenfilz

Das Abeggen sollte in erster Linie zur Beseitigung des Narbenfilzes (Moos) angewendet werden. Moos kommt verstärkt auf nassen, sauren Böden und bei Nährstoffunterversorgung vor. Es kann ebenso wie die Gemeine Rispe (Poa trivialis) herausgestriegelt werden, sie tritt vermehrt in Dauergrünlandbeständen auf.
 
Die Gründe dafür dürften sein:
  • Trockenheit, Bestandeslücken, mangelnde Nährstoffversorgung (Übernutzung, Überbeweidung)
  • Trockenheit, Bestandeslücken, mangelnde Nährstoffversorgung (Übernutzung, Überbeweidung)
 
Wenn der Grünlandbestand mehr als 50% die Gemeine Rispe aufweist, so sollte der Bestand erneuert und mit einer standort- und nutzungsangepassten Saatgutmischung (25 bis 30 kg pro ha) eingesät werden.

Tipp: Um den Moosfilz und die Gemeine Rispe zu beseitigen, sollte an trockenen Sommertagen direkt nach der Nutzung geeggt bzw. gestriegelt werden, damit das herausgehobene Moos an der Oberfläche vertrocknet. Die organische Masse muss anschließend von der Fläche entfernt werden. Eine Übersaat sollte mit den speziellen Nachsaatmischungen erfolgen. Die Aussaatmenge liegt zwischen 15 und 20 kg pro ha.

Lücken schließen durch Übersaat

Wo ist eine Übersaat notwendig:
  • bei lückigen Grünlandbeständen
  • nach jeder Unkrautbekämpfung (z. B. im letzten Herbst)
  • bei Nutzungsänderung (Intensivierung)
 
Eine Übersaat ist in niederschlagsreichen Gebieten, auf Weiden und bei sehr lückigen Beständen empfehlenswert. Sie wird mittels Düngerstreuer, Drillmaschine, Feinsamenstreuer oder von Hand gemacht. Die Saatmenge beträgt bei wiederholter Anwendung ca. 10 kg/ha.

Auch hier ist ein guter Bodenkontakt der Grassamen durch Walzen oder Beweidung (Viehtritt) herzustellen.
01.04.2010
Autor:Ing. Hans Egger, LK Kärnten
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