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Mehr Milch aus dem Grundfutter durch optimales Futterwerben

In Zeiten hoher Kraftfutterpreise und steigender Kosten in der Winterfutterkonservierung muss verstärkt auf eine perfekte Erntetechnik hingearbeitet werden. Ein ausgezeichnetes Grundfutter kann mithelfen, Kraftfutter einzusparen und die Kuh leistungsgerecht zu versorgen.
Hohes Walzgewicht und ausreichend Zeit für Verteilung und Verdichtung sind notwendig. © Stromberger
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Hohes Walzgewicht und ausreichend Zeit für Verteilung und Verdichtung sind notwendig. © Stromberger
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Hohes Walzgewicht und ausreichend Zeit für Verteilung und Verdichtung sind notwendig. © Stromberger
Hohes Walzgewicht und ausreichend Zeit für Verteilung und Verdichtung sind notwendig. © Stromberger
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Das vorhandene Potenzial zeigen Auswertungen in den Arbeitskreisen Milchproduktion, wonach das bessere Viertel der Betriebe um rund 1.500 kg mehr Milch aus dem Grundfutter erzeugt als das schlechtere Viertel. Vor allem die Verringerung der Ernteverluste bringt neben einer besseren Futterqualität auch eine Kostenreduktion auf die Nährstoffeinheit aus dem Grundfutter. 

Kühe sind Feinschmecker

Die Futterqualität nimmt großen Einfluss auf die Futteraufnahme und somit auf die Leistung eines Tieres. Von einem gut verdaulichen, nährstoffreichen Futter wird bei freiem Futterzugang auch mehr gefressen und die Nährstoffaufnahme verstärkt. Vor allem bei Grassilage wirkt sich auch eine optimale Anwelkung und Konservierung durch die Milchsäuregärung positiv auf die Futteraufnahme (Tabelle 1) aus. Von einer schmackhaften, buttersäurefreien Anwelksilage können bis zu 4 kg Trockenmasse mehr gefressen werden als von einer schlecht vergorenen Nasssilage.

Dies bedeutet, dass nicht nur der Schnittzeitpunkt wichtig ist, sondern das gesamte Siliermanagement. Durch Vorteile in den Kriterien Nährstoffdichte und Schmackhaftigkeit bringt der zusätzliche Einsatz von Maissilage die höchsten Fressleistungen beim Grobfutter. In der Heufütterung sind diese Verzehrsleistungen nur in Verbindung mit Trocknungsanlagen möglich, da die Futterqualität in der Bodentrocknung durch hohe Bröckelverluste begrenzt wird.

Wie Auswertungen der Grundfutteranalysen in Kärnten zeigen, werden Grünland- und Feldfutterflächen beim Silieren deutlich früher genutzt als bei der Heubereitung. Zusammen mit niedrigen Konservierungsverlusten ergeben sich im Durchschnitt bessere Nähr- und Mineralstoffgehalte. Damit man eine optimal vergorene Silage erhält, müssen wichtige Silierregeln eingehalten werden, wobei eine saubere Ernte und luftdichte Lagerung im Mittelpunkt stehen.

Tabelle 1: Maximale Futteraufnahme aus Grobfutter unterschiedlicher Qualität (kg Trockenmasse/Kuh/Tag) SPIEKERS 2004

Qualität gering mittel sehr gut
Heu 7 11 14
Grassilage
TM<25%, buttersäurereich 7 9 11
Grassilage
TM>30%, buttersäurefrei 9 12 15
Gras- und Maissilage 2:1 9 12 15
Gras- und Maissilage 1:2 10 13 16
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Gut gesäuerte Silage besser lagerfähig

Die Silagequalität spiegelt den Gärverlauf in der Konservierung wider. Die Zusammensetzung der Gärsäuren, der Anteil an Ammoniak-Stickstoff (NH3-N) und vor allem der pH-Wert entscheiden über gute oder schlechte Silage. Ein niedriger pH-Wert weist auf gute Säuerung und stabil lagerfähige Silage hin. Höhere pH-Werte zeigen in Auswertungen oftmals auch eine Zunahme des Buttersäureanteiles.

Richtwerte für beste Silage:
  • pH-Wert unter 4,5 (trockene Silage <4,8)
  • Milchsäure über 40 g/kg TM
  • Essigsäure max. 35 g/kg TM
  • Buttersäure max. 3 g/kg TM
  • Ammoniak-N unter 10%
  • über 80 Gesamtpunkte für Gärqualität
In Kärnten liegt der durchschnittliche pH-Wert bei der Silage vom ersten Schnitt mit 4,6 knapp über dem Grenzwert. Bei den weiteren Aufwüchsen liegen die pH-Werte mit 4,7 noch im Grenzbereich, da diese Silage etwas trockener geerntet wurde. Für einen optimalen Gärverlauf gilt es, die Bedingungen für die erwünschten Milchsäurebakterien so perfekt wie möglich zu gestalten. Dass dies im Vorjahr nicht gelungen ist, zeigen die relativ hohen Buttersäurewerte. Vor allem beim ersten Schnitt liegen sie mit 10,9 g/kg TM fast auf dem Vierfachen des Grenzwertes.
Tabelle: 

Durchschnittswerte Ernte 2011

Rechtzeitiger Schnittzeitpunkt

Der rechtzeitige Schnittzeitpunkt hat den größten Effekt, da mit zunehmendem Alter der Pflanze der Rohfasergehalt zu nimmt und weniger löslicher Zucker für eine rasche Milchsäuregärung vorhanden ist. Bewährt hat sich die Ernte im Ähren-Rispen-Schieben der Leitgräser (z. B. Knaulgras, Goldhafer). Bei guter Grassilage sollte der Rohfaserwert unter 26% liegen. Ein Anstieg des Rohfasergehaltes um 1% wirkt sich dramatisch auf den Futterwert der Silage aus. Der Proteingehalt sinkt um 4 g, der Energiewert um 0,1 MJ NEL und die Lagerungsdichte um 2,6 kg pro kg Trockenmasse. Umgekehrt steigen der pH-Wert und der Buttersäuregehalt laufend an und vermindern dadurch auch die Haltbarkeit der Silage. Bei einer zeitgerechten frühen Nutzung wird mehr Milchsäure, aber deutlich weniger unerwünschte Buttersäure gebildet.

Anwelken verbessert die Gärung

Das gezielte Anwelken auf einen Trockenmassegehalt zwischen 30 und 40% führt zu einer besseren Vergärung, da die Zuckerkonzentration für die Milchsäurebildner erhöht wird. Bei Nasssilage unter 28 bis 30% Trockenmasse kommt es zu einer unerwünschten Gärsaftbildung und erhöhten Verlusten. Über 40% Trockenmasse verschlechtern sich die Gärbedingungen zunehmend und Qualitätsminderungen durch Hefen und Schimmelpilze treten verstärkt auf. In Kärnten liegt die Silage beim ersten Schnitt bei 41%, die weiteren Schnitte bei 44 %.

Maximale Verdichtung

Die Verdichtung des Siliergutes ist sehr wichtig für einen erfolgreichen Gärverlauf. Je schneller der Sauerstoff aus dem Siliergut gedrückt wird, desto früher kann die Vermehrung der Milchsäurebakterien einsetzen.

Die durchschnittliche Verdichtung der ausgewerteten Silage liegt deutlich unter dem allgemein empfohlenen Richtwert von 200 kg TM/m3. Dieser gilt für relativ feuchte Silage mit ca. 30 % Trockenmasse. Je trockener siliert wird, desto besser muss die Silage verdichtet werden, um stabile Verhältnisse bei der Entnahme zu erreichen. Zwischen 30 und 40% Trockenmasse sollte die Dichte von 180 kg auf 225 kg TM/m3 ansteigen.

Den größten Einfluss üben Trockenmassegehalt und Rohfaseranteil sowie das Siliersystem aus. Nimmt die Trockenmasse um 1% zu, so steigt die Lagerdichte um 2,4 kg. Als großer Gegenspieler gilt der Rohfasergehalt, da bei einem Anstieg um 1% die Dichte um 2,6 kg sinkt. Wird demnach zu spät gemähte Silage zu stark angewelkt, sind keine guten Gärqualitäten zu erwarten.

Ein deutlicher Einfluss auf die Verdichtung ergibt sich aus der theoretischen Schnittlänge. Kurz gehäckseltes Futter (208 kg TM/m3) kann besser verdichtet werden als langes Futter (185 kg TM/m3). Vor allem die bessere Verteilung gewährleistet eine dichte Lagerung mit möglichst wenig "wärmenden“ Sauerstoffnestern.

Die Verdichtungsleistung der Technik muss unbedingt auf die Erntekette abgestimmt sein. Hohe Flächenleistungen mit großen Erntemengen erfordern auch höhere Walzgewichte und ausreichend Zeit zum Verdichten. Empfohlen werden Walzgewichte, die mindestens bei einem Drittel der eingebrachten Futtermenge je Stunde liegen (z. B. 30 Tonnen Erntegut/Stunde – 10 Tonnen Walzgewicht). Außerdem sollten für das Verteilen und gleichzeitiges Verdichten je Fuhre mindestens 15 Minuten zur Verfügung stehen, wobei besonders die Randbereiche nicht vernachlässigt werden dürfen.

Rascher Luftabschluss

Ein wichtiger Hinweis zur Silagequalität ergibt sich aus Erhebungen zum zeitlichen Ablauf zwischen Verdichtung und Verschließen des Silos (siehe Graphik). Je mehr Zeit zwischen Verdichten bzw. Pressen und Abdecken bzw. Einwickeln verstreicht, desto höher ist der pH-Wert der Silage. Lag er nach zwei Stunden noch bei pH 4,6, so erreichte er nach acht Stunden bereits pH 5,10. Der Grund liegt in den schlechten Anfangsgärbedingungen für die wärmeempfindlichen Milchsäurebakterien durch die starke Futtererwärmung unter Sauerstoffeinfluss. Ein rasches Verschließen oder Wickeln der verdichteten Silage gilt als wichtigste Empfehlung aus dieser Erkenntnis.
Links zum Thema
  • Futterernte sauber halten
Downloads zum Thema
  • Einfluss auf den pH-Wert
26.04.2012
Autor:Ing. Wolfgang Stromberger, LK Kärnten
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