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Neue Herbizide im Ackerbau 2012

Über Neuheiten und Änderungen bei Herbiziden im Ackerbau gibt LK-Experte Johannes Schmiedl einen raschen Überblick.
Unter den Getreideherbiziden gibt es 2012 einige Änderungen und Neuheiten. Die Wuchsstoffherbizide Dicopur M, Duplosan DP und Duplosan KV kommen mit österreichischer Registernummer in den Handel und sind in allen Getreidearten zugelassen. Das Sulfonylharnstoffherbizid Trimmer SX ist identisch mit Express SX und Pointer SX. Vom Vertreiber wird eine Kombination mit Tomigan 180 empfohlen, wodurch ein breites Wirkungsspektrum gegen zweikeimblättrige Unkräuter inklusive Distel gegeben ist.

Andiamo Super wird abgelöst

Das neue Andiamo Maxx ist in Österreich zugelassen und enthält neben den Kontaktwirkstoffen Bromoxynil und Ioxynil den Wuchsstoff Mecoprop-P als neue Buthoxyester-Formulierung. Das Produkt soll Andiamo Super vom Markt ablösen und wird in allen Getreidearten mit 1,25 Liter je Hektar empfohlen. Mit Arrat steht ein weiteres neues Getreideherbizid mit österreichischer Zulassung zur Verfügung. Die Kombination aus dem Wuchsstoff Dicamba und dem Sulfonylharnstoff Tritosulfuron wird in Kombination mit dem Netzmittel Dash E.C. eingesetzt.

Axial Komplett gegen Unkräuter und Ungräser

Das Produkt Axial Komplett ist eine Fertigformulierung der Wirkstoffe Florasulam aus Primus und Pinoxaden mit Safener aus Axial 50. Dies ergibt mit der empfohlenen Aufwandmenge von einem Liter je Hektar ein breites Wirkungsspektrum gegen Unkräuter und Ungräser. Gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgräser sind im Wintergetreide 1,3 Liter je Hektar zugelassen.

Trimmer SX und Axial Komplett mit deutscher Zulassung

Sowohl Trimmer SX als auch Axial Komplett kommen mit deutscher Zulassungsnummer in den Handel. Da beide Produkte noch vor dem 14.06.2011 in Österreich zum In- Verkehr-Bringen angemeldet worden sind, dürfen sie nach der neuen Rechtslage noch in Österreich verkauft und verwendet werden.

Caspar ist neu im Mais

Gegen Unkräuter und Ungräser im Mais kommt heuer für Österreich der neue Wirkstoff Prosulfuron, gemeinsam mit Dicamba als Casper formuliert, auf den Markt. Das Produkt wird als Nachauflauf- Herbizid in einem Fornet Casper Maispack angeboten. Neben einer Fülle von breitblättrigen Unkräutern, wie zum Beispiel Ambrosie, Stechapfel und Knöterich-Arten werden auch Wurzelunkräuter, wie zum Beispiel Zaunwinde, Distel-Arten, Beinwell und Ampfer, gut bekämpft.
 
Schwächen liegen bei Schwarzem Nachtschatten, Ehrenpreis und Ackerminze vor, zumal der Partner Fornet mit dem Wirkstoff Nicosulfuron dagegen auch nicht immer ausreichend oder gar nicht wirksam ist. Die Aufwandmenge wird sich aus 0,75 Liter je Hektar Fornet und 0,3 Kilogramm je Hektar Casper zusammensetzten. Ist davon auszugehen, dass Unkrauthirsen in mehreren Wellen auflaufen, wird die Zugabe eines Bodenherbizides vorteilhaft sein.

Kombiprodukt Zeagran Komplett

Ebenfalls für den Nachauflauf und auf Basis des Wirkstoffs Nicosulfuron bietet die Firma Nufarm das Kombiprodukt Zeagran komplett an. Es setzt sich aus Nicosh 4 OD und dem Zeagran Ultimate (Kombination von Terbuthylazin mit Bromoxynil) zusammen. Die Aufwandmenge beträgt 1,25 Liter je Hektar Zeagran Ultimate + ein Liter pro Hektar Nicosh 4 OD. Einjährige Maisunkräuter, wie zum Beispiel Hirse-Arten, Weißer Gänsefuß, Ambrosie, Stechapfel und Schwarzer Nachtschatten werden gut erfasst. Die Kombination zeigt mit Ausnahme von Quecke oder Johnsongras schwache bis keine Wirkung auf ausdauernde Unkräuter.

Anwendungsauflagen für neue Nicosulfuron-Präparate

Laut Registrierungstext bei den neuen Nicosulfuron-Präparaten Nicosh 4 OD, Kelvin und Nicogan darf der Wirkstoff nur alle zwei Jahre auf derselben Fläche eingesetzt werden. Bei den früher registrierten Präparaten SL 950 oder Fornet ist diese Beschränkung noch nicht erfolgt. Inwieweit diese Einschränkung auch auf die früher registrierten Nicosulfuron-Präparate, wie SL 950 oder Fornet, anzuwenden ist, muss noch geklärt werden.

Pulsar 40 befristet zugelassen

Das Produkt Pulsar 40 wurde wieder befristet vom 01.04. bis 30.06.2012 für die Nachaufl aufanwendung in Sojabohne und in Imazamoxtoleranten Sonnenblumensorten zugelassen.

Aufwandmengen in Sojabohne und Sonnenblume

In Sojabohne sind heuer neben der einmaligen Anwendung mit einem Liter je Hektar auch zwei Anwendungen mit jeweils 0,5 Liter je Hektar erlaubt. In Sonnenblume wurde die zugelassene Aufwandmenge für die einmalige Anwendung auf 1,25 Liter je Hektar erhöht. Der vorgeschriebene Abstand zu Oberflächengewässern beträgt einen Meter. Zum Schutz des Grundwassers darf auf derselben Fläche nicht mehr als eine Anwendung in einem Zeitraum von drei Jahren erfolgen.
 
Der im Pulsar 40 enthaltene Wirkstoff Imazamox wird der Gruppe der Acetolactat- Synthesehemmer (ALS-Hemmer) zugeordnet, zu denen auch die Sulfonylharnstoffe gehören, zum Beispiel Harmony SX, Express SX, Pointer SX, Trimmer SX. Der Wirkstoff wird über Blätter und Wurzeln aufgenommen, sodass bei Bodenfeuchtigkeit auch nachkeimende Unkräuter über einen gewissen Zeitraum noch erfasst werden.

Einsatz nach Auflaufen

Der Einsatz erfolgt nach dem Auflaufen der Kultur im Zwei- bis Vier-Blatt-Stadium der Unkräuter. Das Wirkungsspektrum ist relativ breit. Nach bisherigen Erfahrungen werden auch Schwarzer Nachtschatten, Stechapfel, Ambrosie und Samtpappel gut erfasst. Die natürlichen Herbizidtoleranzen der Sorten sind sehr wirkstoffspezifisch. Daher darf kein Einsatz von Imazamox in Sonnenblumensorten mit Tribenuron-Toleranz erfolgen. Umgekehrt dürfen auch keine Herbizide mit dem Wirkstoff Tribenuron (Express SX, Pointer SX, Trimmer SX) in Sorten mit Imazamox-Toleranz eingesetzt werden.
22.02.2012
Autor:DI Johannes Schmiedl
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