Zum Krankheitsauftreten sind Aspekte wie Düngungsintensität, Bestandesdichte, durchgeführter Halmverkürzereinsatz sowie das Mikroklima des Standortes zu berücksichtigen. Ein Fungizideinsatz nach Warndienstaufrufen (kostenlos auf www.warndienst.at) oder nach eigenen Beobachtungen sollte nach Überschreiten der Bekämpfungsschwelle sehr rasch erfolgen.
Pflanzenschutz bei Getreide
Das Timing ist beim Pflanzenschutz entscheidend. Der kostenlose Warndienst unterstützt bei der Entscheidung. Liste zugelassener Getreide-Herbizide als Download.
Wirkstoffe
Strobilurinhältige Fungizide besitzen eine sehr gute vorbeugende Wirkung und ermöglichen der Pflanze eine etwas längere Grünphase. Die heilenden Effekte sind eher gering und gegen Ährenfusariosen liegt eine Schwäche vor. Azolhältige Produkte sind bei bereits erfolgten Infektionen von Vorteil, da sie eine gute heilende Wirkung besitzen und im Saftstrom der Pflanze von unten nach oben verteilt werden (gute Benetzung notwendig). Relativ neu ist die Wirkstoffklasse der Carboxamide. Sie hemmen den Pilz in seinen frühen Stadien und besitzen eine lange Dauerwirkung. Der Wirkstoff Boscalid ist im Produkt Champion schon länger am Markt, der Wirkstoff Bixafen ist in den Fungiziden Aviator Xpro und Zantara sowie im neuen Input Xpro enthalten. Xemium ist als ebenfalls neuer Carboxamidwirkstoff – neben dem Azol Epoxiconal – Bestandteil des neuen Adexar. Diese Wirkstoffklasse hat wie Strobilurine auch physiologische Effekte (bessere Stresstoleranz für die Pflanze, und so weiter).
Netzflecken und Ramularia
Bei regnerischem Wetter wird die Netzfleckenkrankheit bei Gerste meist als länglicher Blattfleck mit Netzmuster, aber auch als punktförmiger Spot-Typ besonders an Wintergerste auftreten. Wenn man die Flecken allerdings bereits sieht, ist es für eine Bekämpfung schon zu spät. Das Sichtbar werden erster Flecken erfolgt nach rund fünf Tagen. Die Abstoppleistung der Triazol- Fungizide liegt allerdings bei maximal drei Tagen. Deshalb soll bei Befallsbedingungen (Warndienst) rasch gehandelt werden. Meist ist eine Behandlung ab dem Erscheinen des letzten Blattes bis zu den Grannenspitzen anzuraten, weil damit die obersten ertragsbildenden Organe geschützt werden und gleichzeitig die Ramularia miterfasst werden kann.
Die Ramularia- Sprenkelkrankheit tritt bei trockener Witterung stärker auf und wird erst während der Abreife stark sichtbar. Charakteristisch sind ein bis fünf Millimeter große Nekrosen mit dunklem Zentrum (fast schwarz) mit hellbraunem Rand. Später erscheint auf der Blattunterseite oft ein silbrig schimmernder Belag. Bei starkem oder spätem Infektionsdruck sind auch Symptome auf Halm und Grannen sichtbar. Gegen Ramularia und Netzfleckenkrankheit sind die neueren Präparate, wie beispielsweise Adexar, Aviator Xpro oder Imput Xpro, aber auch Amistar Opti-Gladio Pack oder Credo-Champion Pack gut wirksam.
Die Ramularia- Sprenkelkrankheit tritt bei trockener Witterung stärker auf und wird erst während der Abreife stark sichtbar. Charakteristisch sind ein bis fünf Millimeter große Nekrosen mit dunklem Zentrum (fast schwarz) mit hellbraunem Rand. Später erscheint auf der Blattunterseite oft ein silbrig schimmernder Belag. Bei starkem oder spätem Infektionsdruck sind auch Symptome auf Halm und Grannen sichtbar. Gegen Ramularia und Netzfleckenkrankheit sind die neueren Präparate, wie beispielsweise Adexar, Aviator Xpro oder Imput Xpro, aber auch Amistar Opti-Gladio Pack oder Credo-Champion Pack gut wirksam.
Blattdürre des Weizens
Septoria tritici (Blattdürre des Weizens) hat in den letzten Jahren die Septoria nodorum (Spelzenbräune) im Auftreten überholt. Die Blattflecken fließen zu unregelmäßig geformten Nekrosen zusammen, die Blätter sterben schließlich ab und vertrocknen. Die Ähren werden jedoch nur sehr selten befallen. Im Gegensatz zur Spelzenbräune findet man bei der Blattdürre unter der Lupe die in Reihen angeordneten schwarzen Fruchtkörper. Der Verzicht auf Winterweizen-Frühsaat, die Wahl wenig anfälliger Sorten sowie eine reduzierte Stickstoff-Düngung beugen vor.
Fusarien
Fusarien können sowohl als Fuß-, Blatt- und Ährenkrankheiten auftreten. Ein Blattbefall (wässrige graugrüne Flecken) kann schnell die Ähre anstecken, wenn es zur Blüte regnet. Das bedeutet Kümmerkorn, partielle Taubährigkeit und durch die Bildung von Mykotoxinen steigt auch das Risiko einer minderwertigen Ernte. Wegen des hohen Fruchtfolgeanteils von Mais ist diese Krankheit in der Steiermark besonders bekämpfungswert. Eine gute Verrottung von Maisstroh durch Häckseln oder Pflügen ist von größter Wichtigkeit. Zur direkten Bekämpfung während der Blüte haben sich besonders Prosaro und Osiris gut bewährt.
Getreidehähnchen
Die ersten Anzeichen auf Getreidehähnchen treten je nach Witterung oft schon ab Mitte April, sonst im Mai oder Juni durch streifenförmige Fraßspuren auf. Von den zwei Arten des Getreidehähnchens ist das etwa fünf Millimeter große rothalsige Getreidehähnchen häufiger anzutreffen. Das Halsschild und die Beine sind rot, der restliche Käfer ist blau. Die Larven wirken wegen ihrer klebrigen, schleimigen Kotschicht wie Nacktschnecken mit stärker gewölbtem Körper und plumpen Beinen. Die neuen Generationen treten ab Juli auf. Nach einem Reifungsfraß überwintern sie im Boden. Befallsbegünstigende Bedingungen sind Trockenheit und Temperaturen über 17 Grad im Mai und Juni. Die Feldkontrolle sollte ab Mitte Schossen (EC 32) bis Beginn Ährenschieben (EC 51) erfolgen. Als Schadschwelle gelten durchschnittlich 0,5 bis 1 Ei oder Larven je Fahnenblatt.
Getreideblattläuse
Die Getreideblattläuse verursachen durch ihre Saugtätigkeit an Blättern und Ähren kein spezifisches Schadbild, sofern sie nur in geringer Dichte auftreten. Bei starkem Befall sind vor allem die Ähren und Rispen dicht mit Blattläusen besetzt. Auf den befallenen Pflanzen siedeln sich dann bei hoher Luftfeuchtigkeit Schwärzepilze an. Die Schadwirkung der von Blattläusen übertragenen Gelbverzwergungsviren hängt unter anderem von der Mobilität der Läuse und dem Infektionszeitpunkt ab.
Die späte Wintergetreide-Aussaat trägt wesentlich zur Entschärfung des Problems bei, denn bei sinkenden Temperaturen im Herbst nimmt der Zuflug von Blattläusen und deren Vermehrungsrate ab. Die Saatgutbeizung mit dem Insektizid Gaucho 600 FS bietet sehr guten Schutz vor Gelbverzwergung. Häufig sterben die Blattläuse ab, bevor sie die Pflanzen infizieren können. Jedenfalls wird die Verbreitung der Krankheit durch ungeflügelte Nachkommen verhindert. Eine andere Bekämpfungsmöglichkeit besteht mit der Insektizidspritzung. Es kommen Insektizide wie Biscaya (längere Wirkungsdauer) oder Karate Zeon in Frage. Weil bei warmer Witterung die Wirkung nur acht bis 14 Tage anhält, bietet ein einmaliger Insektizideinsatz nur beschränkten Schutz.
Auf frühzeitig gesätem Wintergetreide zeigen sich erste Symptome des Gelbverzwergungsvirus schon im Herbst, das volle Ausmaß wird aber erst im Frühjahr sichtbar. Stark befallene Pflanzen sind nach Frost schon abgestorben. Das Schossen unterbleibt oder es werden nur wenige partiell taube Ähren ausgebildet. Typische Schadbilder sind auch streifige Aufhellungen zwischen den Blattadern und den Blatträndern.
Die späte Wintergetreide-Aussaat trägt wesentlich zur Entschärfung des Problems bei, denn bei sinkenden Temperaturen im Herbst nimmt der Zuflug von Blattläusen und deren Vermehrungsrate ab. Die Saatgutbeizung mit dem Insektizid Gaucho 600 FS bietet sehr guten Schutz vor Gelbverzwergung. Häufig sterben die Blattläuse ab, bevor sie die Pflanzen infizieren können. Jedenfalls wird die Verbreitung der Krankheit durch ungeflügelte Nachkommen verhindert. Eine andere Bekämpfungsmöglichkeit besteht mit der Insektizidspritzung. Es kommen Insektizide wie Biscaya (längere Wirkungsdauer) oder Karate Zeon in Frage. Weil bei warmer Witterung die Wirkung nur acht bis 14 Tage anhält, bietet ein einmaliger Insektizideinsatz nur beschränkten Schutz.
Auf frühzeitig gesätem Wintergetreide zeigen sich erste Symptome des Gelbverzwergungsvirus schon im Herbst, das volle Ausmaß wird aber erst im Frühjahr sichtbar. Stark befallene Pflanzen sind nach Frost schon abgestorben. Das Schossen unterbleibt oder es werden nur wenige partiell taube Ähren ausgebildet. Typische Schadbilder sind auch streifige Aufhellungen zwischen den Blattadern und den Blatträndern.
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