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Reportage Wieser: Strom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen und Mist

Robert Wieser wollte immer ein eigenes Standbein am elterlichen Betrieb. Warum es ausgerechnet eine Biogasanlage geworden ist und wie er sie wirtschaftlich führt, erklärte er uns kürzlich am Hof.
Robert Wieser ist über Handy und PC laufend in Kontakt mit der Bioagasanlage. Sollte es Probleme geben  ist er rund um die Uhr erreichbar. Am PC sieht er gleich  wo der Alarm ausgelöst wurde. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Robert Wieser ist über Handy und PC laufend in Kontakt mit der Bioagasanlage. Sollte es Probleme geben, ist er rund um die Uhr erreichbar. Am PC sieht er gleich, wo der Alarm ausgelöst wurde. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Robert Wieser ist über Handy und PC laufend in Kontakt mit der Bioagasanlage. Sollte es Probleme geben, ist er rund um die Uhr erreichbar. Am PC sieht er gleich, wo der Alarm ausgelöst wurde. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
Robert Wieser ist über Handy und PC laufend in Kontakt mit der Bioagasanlage. Sollte es Probleme geben  ist er rund um die Uhr erreichbar. Am PC sieht er gleich  wo der Alarm ausgelöst wurde. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Von zwei Kühen und elf Hektar Fläche über Essiggurkel und Putenmast zur Biogasanlage - eine interessante Entwicklung, die der Betrieb in Ranitzhof bei Kirnberg nahm. „Die Putenmast betreiben meine Eltern immer noch auf 17.500 Plätzen. Nur den Anbau von Essiggurkerl haben sie aufgegeben“, erklärt Robert Wieser. Den Putenmist aus den elterlichen Ställen, rund tausend Tonnen pro Jahr, verstromt er gemeinsam mit rund zweitausend Tonnen Wiederkäuermist, den Landwirte aus der Umgebung anliefern. Dazu zählen auch Betriebe mit Tierhaltung und geringer Flächenausstattung.
Die Generatoren erzeugen rund 4 1 Millionen Kilowatt Strom pro Jahr. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Die Generatoren erzeugen rund 4,1 Millionen Kilowatt Strom pro Jahr. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Die Generatoren erzeugen rund 4,1 Millionen Kilowatt Strom pro Jahr. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
Die Generatoren erzeugen rund 4 1 Millionen Kilowatt Strom pro Jahr. © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Mais hin – Gülle retour

Die Biogasanlage läuft mit zirka 30 Prozent Gülle und Mist, 50 Prozent Maissilage und 20 Prozent Gras und Zwischenfrüchte, wie zum Beispiel Hirse und Grünschnittroggen. Den Mais liefern Landwirte aus der Region, die mit der Tierhaltung aufgehört haben. Bezahlt wird nach Tonne Trockensubstanz. Der Preis orientiert sich am Körnermaispreis. Die Biogasgülle erhalten die Maislieferanten aliquot wieder zurück, etwa 30 Kubikmeter pro Hektar als Bonus. „Den Mais ernte ich selber, damit ich den Zeitpunkt bestimmen und die gesamte Fläche auf einmal abernten kann“, erklärt Wieser. „130 Hektar Mais siliere ich in 3,5 Tagen.“ Im Frühjahr fährt er zu den Landwirten und schließt mit ihnen Verträge ab. Die Sortenwahl und den Anbau überlässt er den Vertragspartnern. Damit haben sie es selbst in der Hand, gute Erträge zu erzielen.
Grünschnittroggen und Hirse baut Wieser als Zwischenfrüchte auf den eigenen Flächen. Er minimiert so die Abschwemmungsgefahr im Herbst und kann die Ernte zugleich als Substrat verwenden.

70 Prozent der Wärme verwertet

Die anfallende Wärme liefert Wieser in die Putenmastställe. Die Heizleistung der Wärmeregister liegt bei 600 Kilowatt thermisch. Die Puten benötigen 400 bis 500 Kilowatt. Die restliche Wärme verwertet er in der Trocknungshalle, wo er Schüttgüter wie Hackschnitzel, Getreide, Mais und loses Heu, aber auch Heuballen trocknen kann. Kunden sind überwiegend Landwirte aus der Region. Rund 140 Quadratmeter ist die Trocknungsfläche groß, 300 Quadratmeter Lagerfläche kommen noch hinzu.
„Mit der Stall- und Wohngebäudeheizung und der Trocknungsanlage verwerten wir 70 Prozent der erzeugten Wärme“, betont Wieser. „Nachbarn können wir wegen der großen Entfernung leider nicht versorgen.“
Robert Wieser verwertet Strom undWärme aus seiner Biogasanlage mit einem Leistungsvermögen von rund 500 Kilowatt. Links im Bild die rund 140 Quadratmeter große Trocknungsanlage © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Robert Wieser verwertet Strom und Wärme aus seiner Biogasanlage mit einem Leistungsvermögen von rund 500 Kilowatt. Links im Bild die rund 140 Quadratmeter große Trocknungsanlage © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Robert Wieser verwertet Strom und Wärme aus seiner Biogasanlage mit einem Leistungsvermögen von rund 500 Kilowatt. Links im Bild die rund 140 Quadratmeter große Trocknungsanlage © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
Robert Wieser verwertet Strom undWärme aus seiner Biogasanlage mit einem Leistungsvermögen von rund 500 Kilowatt. Links im Bild die rund 140 Quadratmeter große Trocknungsanlage © LK NÖ/Pöchlauer-Kozel
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Zwei Ausbaustufen

Bei Planung und Bau hat ihn ein Planungsbüro unterstützt. „Im Mai 2005 wurde der erste Beton geliefert und am 21 Oktober haben wir die Anlage schon in Betrieb genommen“, erinnert sich Wieser. „Damals gab es einen Bauboom – die Behörden haben drei bis vier Anlagen pro Tag genehmigt.“ Die erste Ausbaustufe auf Wiesers Hof war auf zwei mal hundert Kilowatt ausgelegt. Die zweite folgte mit insgesamt zwei mal 245 Kilowatt, in Summe fast 5o0 Kilowatt. In der ersten Ausbaustufe waren Haupt- und Nachfermenter zugleich auch das Endlager. „Mit der Erweiterung haben wir ein Endlager gebaut und können auch den Nachfermenter voll laufen lassen“, erklärt Wieser.

Haupterlös mit Stromverkauf

Mit 8.400 Volllaststunden im Jahr erzeugt die Anlage rund 4,1 Millionen Kilowatt. Mit dem Netzbetreiber hat er eine Netzzugangsvereinbarung getroffen. Für die Stromlieferung aus der ersten Ausbaustufe gilt das Ökostromgesetz aus 2002 und für die zweite Ausbaustufe das Gesetz aus 2009. Finanziert hat er die Anlage mit der Bank. Bei den Finanzierungsgesprächen hat ihn vor allem 2005 sein Vater unterstützt. „Inklusvie der Trocknungshalle haben wir insgesamt rund 2,7 Millionen Euro investiert“, berichtet Wieser. Der Bau der Trocknungshalle wurde mit Leadermitteln unterstützt. Für die erste Ausbaustufe der Biogasanalge erhielt er von Bund und Land einen Baukostenzuschuss von insgesamt 20 Prozent.
Robert Wieser ist zufrieden mit der Anlage, sie fordert nur seinen vollen Einsatz. „Seit sechs Jahren bin ich 24 Stunden rund um die Uhr erreichbar, damit die Anlage nach jedem Alarm möglichst rasch wieder läuft“, so der Strombauer. „Jedes Kilowatt zählt.“

Weitere Fotos finden Sie unter: www.lk-noe.at/?+Fotoservice+&id=2500,,1360264,3327
02.07.2012
Autor:Paula Pöchlauer-Kozel
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