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Getreidelager jetzt reinigen

Saubere Lager tragen zur Qualitätssicherung bei.
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Vor der Einlagerung der neuen Getreideernte sind die Lagerräume gründlich zu reinigen. Sofern bei der letzten Einlagerungsperiode Kornkäfer, Dörrobstmotten, Mehlmilben etc. auftraten, ist auch eine gezielte Lagerraumbehandlung notwendig.

Die Vorreinigung des Getreides beginnt beim Drusch mittels z. B. Vorreiniger, damit Staub, Bruchkörner, Unkrautsamen und feuchte Halmteile am Feld bleiben. Dadurch wird der Keim- und Pilzbefall um über 50% verringert. Dann ist jährlich ein gründliches Reinigen der leeren Vorratsräume notwendig, wenn möglich mit dem Industrie-Staubsauger. Fugen und tote Winkel bieten den Schädlingen besonders Unterschlupf. Auch Altgetreide und Kornabrieb müssen entfernt werden. Rissige Wände sind zu Verputzen, feuchte Lagerräume trockenzulegen. Wird das Getreide auf Beton gelagert, ist der Boden vor aufsteigender Feuchtigkeit zu schützen. Dies gilt auch bei Lagerung über dem Stall. Eine Dampfsperre mit entsprechender Isolierung wäre wichtig. Getreide ist hygroskopisch, das heißt es kann wieder Feuchtigkeit bei hoher Luftfeuchtigkeit von außen aufnehmen.

Lager gut lüften

Das gereinigte Lager sollte vor der Neubelegung einige Wochen leer stehen und gründlich gelüftet werden. Leere und belegte Lagerräume können mit "Insektentrips" behängt werden. Diese schützen das Getreide circa drei bis vier Monate gegen Motten. Bei vorhergehendem Mottenbefall sollte der Erfolg einer Maßnahme immer mit Pheromonfallen überprüft werden. Auch Klebe- und Lichtfallen sowie Gazefenster helfen gegen Motten und Käfer, Laufgitter helfen gegen Mäuse.

Schädlingsbefall

Wenn im Vorjahr Schädlinge aufgetreten sind, sollten die leeren Lagerräume unbedingt mit zugelassenen Spritz-, Sprüh- oder Vernebelungsmitteln behandelt werden.

Spritzmittel:
Für die Behandlung leerer Lagerräume mit stark rissigen Holzfußböden oder -wänden, Fugen und Ritzen sollen Spritzmittel gegen Vorratsschädlinge eingesetzt werden, wie z. B.
  • Agritox (Chlorpyrifos) 0,5- bis 1%ig; 50 ml Brühe je Quadratmeter spritzen oder
  • Reldan Methyl) 200 ml/5 Liter Wasser/100 m2
Die Spritzbrühe muss gründlich in alle Schlupfwinkel und Ritzen gespritzt werden.

Vernebelungs- und Verdampfungsmittel
Leerraumbehandlungen können auch mit anerkannten Sprüh- und Vernebelungsmitteln durchgeführt werden. Dadurch werden Spalten und Ritzen noch besser erfasst. Bei gasförmigen Produkten müssen Türen, Fenster und sonstige Öffnungen geschlossen werden (Gebrauchsanweisung).
Zu den Mitteln zählen:
  • Detmolin P ml/m3
  • Zertell (Chlorpyriphosmethyl) 100 ml/5 Liter Wasser/ 100 m2
  • Insektenil – Schabennebel (Dichlorvos) 0,5 l/100 m3 kalt vernebeln
Spezielle Vernebelungsgeräte (Lagerhaus) und Atemschutzgeräte verwenden!

Verluste durch Schädlinge

Lagerschädlinge verursachen vor allem eine Qualitätsminderung durch die Verschmutzung bei ihrer Vermehrung. Eine regelmäßige Kontrolle ist daher notwendig. Es darf nie feuchtes Getreide ins Lager kommen oder altes Erntegut mit neuem vermischt werden. Bei feuchtem Getreide besteht die Gefahr der Selbsterhitzung, Schimmelbildung und des Insekten- beziehungsweise Milbenbefalles. Es muss vor der Lagerung belüftet, nachgetrocknet oder gekühlt beziehungsweise mit Propionsäure behandelt werden.
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Lagertemperatur

Eine erhöhte Lagertemperatur über 20 bis 22 °C mindert die Qualität. Die ideale Lagertemperatur liegt im Winter bei 10 bis 15 °C, die ideale Luftfeuchte nicht über 70%. Wichtig ist, dass die bei der Atmung des Getreides frei werdende und gestaute Wärme durch Belüften (Umschaufeln oder Kühlen) abgeführt wird. Belüften bei trockener Witterung mit Umgebungstemperatur ist für kleinere Betriebe nach wie vor eine einfache und altbewährte Methode. Mit steigender Temperatur und Feuchtigkeit nimmt die Atmungsaktivität und damit der Nährstoffabbau (Schwund) zu. Außerdem nehmen die Lagerschädlinge mit zunehmender Temperatur zu. Der Lagerbestand sollte daher wöchentlich kontrolliert werden.

Normalerweise sinkt nach dem Einlagern das Lagergut pro Woche um 1 °C ab. Ein muffiger, dumpfer Geruch weist auf Veränderungen im Lager hin. Süßlicher Geruch kann auf Milben hindeuten. Auswuchs ist der Beweis für Schädlingsbefall und unsachgemäße Lagerung.

Wichtig:
  • Nur trockene Ware einlagern (nicht über 14% Feuchtigkeit)
  • Getreide nicht in zu hohen Haufen lagern (Erwärmung)
  • Kühle Lagerräume mit ausreichender Belüftungsmöglichkeit verwenden
  • Regelmäßiges Umschaufeln beziehungsweise Umziehen des Getreides

Lagerfähigkeit und Feuchtegehalt bei Weizen, Roggen und Gerste

12 bis 14% lagerfest
14 bis 16% lagefähig
16 bis 18% bedingt lagerfähig
über 18% nicht lagerfähig
In Tabellenprogramm öffnen
1 Schritt: Datei auf Festplatte speichern. speichern abbrechen
2 Schritt: In MS Excel öffnen.

Kreislauf des Verderbs

Nicht nur Schädlinge bedrohen die Futtermittel und begünstigen den Pilzbefall. Futtermittel haben bereits vom Feld her einen gewissen Besatz an Bakterien, Schimmelpilzen und Hefen. Schimmelpilze können das Getreide bereits am Feld oder erst später bei der Lagerung befallen. Feldschimmelpilze vertragen Temperaturen um den Gefrierpunkt. Sie benötigen einen Wassergehalt von mindestens 13%. Bei ungünstigen Erntebedingungen (Regentage) kommt es auch bei abgereiftem Getreide zu einer Produktion von Pilzgiften bereits auf dem Feld. Besonders kritisch reagiert der Hafer auf einen Feldschimmelbefall bei zu später Ernte. Umgekehrt kann bei zu früher Ernte das Getreidekorn leichter verletzt werden. Bruchkörner begünstigen wiederum durch den freiliegenden Mehlkörper die Pilzentwicklung. Die Hauptgefahr der Toxin-bildung droht jedoch von den Lagerpilzen, deren Entwicklung bei einem Feuchtegehalt von 14% beginnt und mit zunehmender Temperatur ansteigt. Typische Vertreter der Lagerpilze sind Aspergillen und Penicillin. Sicher lagerfähig ist Getreide erst unter 14% Wassergehalt. Bei einer Kornfeuchte von 14 bis 15% kann noch durch eine geringe Schütthöhe (20 cm) und häufiges Umschaufeln die Lagerstabilität erreicht werden. Bei einem Wassergehalt über 16% muss unbedingt getrocknet oder konserviert werden. Sonst ist mit einem Verderb des Getreides zu rechnen.

Verfütterung

Futtergetreide darf erst nach einer vierwöchigen Lagerung verfüttert werden. Geschrotetes Getreide ist bei gleicher Feuchtigkeit weniger lagerfähig als ganze Körner, daher nicht zu viel auf Vorrat schroten oder quetschen. Verpilztes Getreide darf grundsätzlich nicht verfüttert werden und sollte auch nicht mit unbelastetem Getreide verschnitten werden.
15.05.2013
Autor:Dipl.-HLFL-Ing. Josef Galler
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